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Zielgruppe

Stand

Der Betriebsrat soll 40 Seiten Anlagen in zwei Wochen prüfen, neben der Schicht.

Ein Automobilzulieferer mit 1.200 Beschäftigten im Dreischichtbetrieb, ein Betriebsrat mit elf Mitgliedern, zwei davon freigestellt: ein eigenes Postfach in Outlook, ein abgeschotteter SharePoint, Word für Protokolle und Vereinbarungen, Excel für die Fristen. Der Arbeitgeber legt den Entwurf einer Betriebsvereinbarung zum neuen HR-System vor, 12 Seiten Text und 40 Seiten Anlagen, Rückmeldung bitte in zwei Wochen. In derselben Zeit liegen im Postfach 30 Anfragen von Beschäftigten zu Schichtzulagen und Eingruppierung, zwei Anhörungen zu Kündigungen nach § 102 BetrVG mit Wochenfrist und das Protokoll der letzten Sitzung, das noch nicht unterschrieben ist. KI und Betriebsrat heißt für uns zweierlei: Der Betriebsrat ist Mitentscheider bei jedem Ablauf, den wir im Unternehmen bauen, und er kann für die eigene Arbeit dieselben Mittel nutzen, in eigenen Werkzeugen, die der Arbeitgeber nicht einsieht. Der Umbau fängt beim Vergleichen von Texten an.

Anfrage

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Abläufe

Fünf Abläufe, die sich bei Betriebsräten lohnen

Die Arbeit des Betriebsrats ist das Urteil im Gremium und das Gespräch mit den Beschäftigten. Das Vergleichen, Suchen und Fristenzählen davor kann ein Ablauf übernehmen, der dem Gremium gehört. Welche dieser Abläufe sich bei Ihnen rechnen, zeigt die Analyse.

  • Vereinbarungsentwürfe mit Gesetz, Tarif und Bestand vergleichen

    Word, SharePoint des Betriebsrats, Tarifverträge, Gesetzestexte, Vereinbarungsarchiv

    Ein Entwurf des Arbeitgebers, 12 Seiten plus 40 Seiten Anlagen, und im Archiv 60 bestehende Betriebsvereinbarungen aus zwanzig Jahren. Der Ablauf liest den Entwurf Absatz für Absatz, legt ihn neben das Betriebsverfassungsgesetz, den Tarifvertrag und die bestehenden Vereinbarungen und markiert, was den Bestand ändert, was ihm widerspricht, welche Datenfelder in den Anlagen Rückschlüsse auf einzelne Beschäftigte zulassen und welche Punkte in früheren Verhandlungen schon einmal strittig waren. Daraus entsteht eine Prüfliste mit Fundstellen und Fragen an den Arbeitgeber als Entwurf. Was der Betriebsrat daraus macht, entscheidet das Gremium in der Sitzung.

  • Anfragen von Beschäftigten einordnen und beantworten

    Outlook-Postfach des Betriebsrats, Vorlagen, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarungen

    30 Anfragen in zwei Wochen, per Mail, Zettel im Briefkasten und am Rand der Schicht: Schichtzulage falsch, Eingruppierung unklar, Urlaub abgelehnt, Abmahnung bekommen. Der Ablauf liest jede Anfrage, ordnet sie einem Thema und einem Betriebsratsmitglied zu, sucht die passende Stelle in Tarifvertrag und Vereinbarungen und bereitet aus Ihren Vorlagen einen Antwortentwurf vor, der die Fundstelle nennt und den nächsten Schritt vorschlägt. Anfragen zu Kündigung, Krankheit oder Konflikt mit Vorgesetzten gehen ohne Entwurf direkt an ein Mitglied, weil sie ein Gespräch brauchen. Geantwortet wird vom Betriebsrat, nicht vom Ablauf.

  • Sitzungsprotokolle schreiben und Beschlüsse festhalten

    Word, Teams, SharePoint des Betriebsrats, Beschlussbuch, Fristenliste

    Eine Sitzung pro Woche, dazu Ausschüsse, zusammen 70 Protokolle im Jahr, und jedes muss nach § 34 BetrVG Wortlaut der Beschlüsse und Stimmenmehrheit enthalten, sonst ist der Beschluss angreifbar. Der Ablauf liest die Notizen der Schriftführerin, erstellt das Protokoll in Ihrer Vorlage, hebt Beschlüsse mit Antragstext, Abstimmungsergebnis und Beschlussfähigkeit hervor, legt Aufgaben mit Verantwortlichem und Termin an und prüft, ob die Tagesordnung ordnungsgemäß geladen war. Beschlüsse ohne erkennbares Abstimmungsergebnis markiert er. Vorsitz und Schriftführung lesen, korrigieren und unterschreiben; vorher ist es ein Entwurf.

  • Anhörungen und Unterlagen zu Personalmaßnahmen auf Vollständigkeit und Fristen prüfen

    Outlook, SharePoint des Betriebsrats, Fristenliste, Vorlagen für Stellungnahmen

    Im Jahr 80 Anhörungen zu Einstellungen, Versetzungen und Eingruppierungen nach § 99 BetrVG und 25 zu Kündigungen nach § 102 BetrVG, jede mit einer Frist von einer Woche, bei außerordentlichen Kündigungen drei Tagen. Der Ablauf liest die Unterlagen des Arbeitgebers, prüft, ob die Angaben vollständig sind, Person, Stelle, Eingruppierung, Gründe, Sozialdaten, Vergleichspersonen, berechnet die Frist aus dem Zugang, trägt sie in die Fristenliste ein und bereitet die Stellungnahme oder das Nachforderungsschreiben aus Ihren Vorlagen vor. Unvollständige Anhörungen und Fristen, die in die Sitzungspause fallen, meldet er sofort. Beschlossen wird im Gremium.

  • IT- und KI-Vorhaben des Arbeitgebers verstehen und Fragenkataloge vorbereiten

    Unterlagen des Arbeitgebers, Datenschutz-Folgenabschätzung, Word, SharePoint des Betriebsrats

    Der Arbeitgeber stellt ein neues System vor: 80 Seiten Herstellerunterlagen, eine Datenschutz-Folgenabschätzung und eine Präsentation. Der Ablauf liest die Unterlagen, fasst in verständlicher Sprache zusammen, welche Daten über Beschäftigte das System erhebt, wer darauf zugreift, welche Auswertungen möglich sind und ob eine Leistungs- oder Verhaltenskontrolle nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG in Frage kommt, und bereitet den Fragenkatalog an den Arbeitgeber vor, einschließlich der Punkte, zu denen nach § 80 Absatz 3 BetrVG ein Sachverständiger hinzugezogen werden kann. Der Betriebsrat entscheidet, was er fragt und wen er hinzuzieht.

Systeme

Typische Systeme bei Betriebsräten

Der Betriebsrat arbeitet meist mit den Bürowerkzeugen des Unternehmens, aber in eigenem Postfach und eigener Ablage. Spezialsoftware ist selten, Gesetz und Tarif liegen als PDF auf dem Laufwerk.

Systemvernetzung im Detail

  • Post und BesprechungenOutlook, Exchange-Postfach des Betriebsrats, Teams, Telefon
  • Ablage des GremiumsSharePoint mit eigenen Rechten, Nextcloud, Netzlaufwerk, Beschlussbuch
  • Texte und TabellenWord, Excel, PDF, Vorlagen für Protokolle und Stellungnahmen
  • RechtsquellenBetriebsverfassungsgesetz, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Kommentare, Rechtsdatenbanken
  • Unterlagen des ArbeitgebersHR-System, Zeiterfassung, Datenschutz-Folgenabschätzungen, Organigramme

Einwände

Was bei Betriebsräten besonders zählt

Die Einwände, die Betriebsräte zuerst nennen, wenn von KI die Rede ist, und unsere Antwort darauf.

  • Der Betriebsrat entscheidet bei jeder KI-Einführung mit, § 87 Absatz 1 Nummer 6, § 90 und § 95 BetrVG. So sehen wir das auch, und wir behandeln die Mitbestimmung als Prüfschritt, nicht als Hürde. Jeder Ablauf, den wir in einem Unternehmen bauen, bekommt eine Beschreibung für den Betriebsrat: welche Daten er liest, was er vorlegt, was ausgeschlossen ist, etwa Auswertungen einzelner Beschäftigter. Diese Beschreibung ist die Grundlage für die Vereinbarung, nicht ein nachgereichtes Blatt.
  • Beschäftigtendaten und Unterlagen des Betriebsrats sind vertraulich, § 79 BetrVG und DSGVO. Ein Ablauf für den Betriebsrat läuft in Werkzeugen, die dem Gremium gehören, mit Zugängen, die der Arbeitgeber nicht hat, und mit Modellen im Haus oder auf EU-Servern unter Auftragsverarbeitungsvertrag. Nichts trainiert ein fremdes Modell. Welche Daten je Ablauf wohin fließen, steht in einem Blatt, das der Betriebsrat seinem Datenschutzbeauftragten zeigen kann.
  • KI im Betrieb heißt Überwachung und Stellenabbau. Das kann so kommen, wenn niemand hinschaut, und genau dafür ist die Mitbestimmung da. Unsere Abläufe sind so gebaut, dass sie Arbeit vorbereiten, nicht Menschen bewerten: Sie legen Entwürfe vor, protokollieren, was sie getan haben, und werten keine Leistung einzelner Beschäftigter aus. Wo ein Arbeitgeber etwas anderes will, steht es in der Beschreibung, und der Betriebsrat sieht es vorher.
  • Wir haben kein Budget und keine eigene IT. Die Kosten der Betriebsratsarbeit trägt nach § 40 BetrVG der Arbeitgeber, soweit sie erforderlich sind; ob ein eigener Ablauf des Betriebsrats dazugehört, klären Gremium und Arbeitgeber miteinander. Eine eigene IT braucht der Betriebsrat nicht: Zugänge und Regeln legt das Gremium fest, Bau und Betrieb übernehmen wir, und alles ist so dokumentiert, dass ein Nachfolger es übernehmen kann.

Nachweis

Was wir aus vergleichbaren Abläufen mitbringen

Das Vergleichen großer Textbestände mit einem Regelwerk, Fundstelle für Fundstelle, kennen wir von einem börsennotierten Hersteller von Brennstoffzellen mit rund 400 Mitarbeitern: Ein Ablauf liest den gesamten Textbestand von zehn Live-Domains in elf Sprachen, markiert Umweltaussagen nach der EU-Richtlinie 2024/825 mit Fundort und Einstufung, ein Werkzeug zeigt den Handlungsbedarf je Seite, und jede Umformulierung gibt ein Mensch frei. Einen Vereinbarungsentwurf gegen Gesetz, Tarif und 60 bestehende Vereinbarungen zu legen, ist dieselbe Arbeit mit anderem Regelwerk. Und in jedem Kundenprojekt mit Betriebsrat ist dessen Beteiligung ein Schritt im Plan, keine Nachfrage am Ende.

Was dort schiefging: Die erste Einstufung war zu streng und meldete zu viele Treffer, bis das Regelwerk nachgeschärft war. Für den Betriebsrat heißt das: Eine Prüfliste mit 200 Markierungen hilft niemandem, der abends nach der Schicht liest. In den ersten Wochen legt das Gremium fest, welche Abweichungen eine Markierung wert sind, und der Ablauf lernt, zwischen einer geänderten Formulierung und einer geänderten Regel zu unterscheiden.

Fallstudie: Regeltexte über zehn Domains

Preise

Preise für Betriebsräte

Analyse, Umbau und Begleitung haben feste Preise, die öffentlich auf unserer Seite stehen, und nach jeder Stufe entscheiden Sie neu. Was ein Ablauf wie "Vereinbarungsentwürfe mit Gesetz, Tarif und Bestand vergleichen" bei Ihnen kostet, steht nach der Analyse als Festpreis fest: Vorgehen und Preise. Wo sich KI nicht lohnt, steht das ebenso in der Analyse.

Rückfragen

Fragen von Betriebsräten

Was im ersten Gespräch zuerst gefragt wird. Weitere Antworten stehen unter Fragen und Antworten.

Dürfen Beschäftigtendaten und Unterlagen des Betriebsrats durch einen solchen Ablauf laufen?

Ja, wenn der Betriebsrat bestimmt, wo das Modell läuft, und der Arbeitgeber keinen Zugang hat. Wir bauen Abläufe für Betriebsräte mit Modellen im Haus oder auf EU-Servern unter Auftragsverarbeitungsvertrag, in Postfach und Ablage des Gremiums; keine Daten trainieren ein fremdes Modell. Anfragen zu Krankheit oder Kündigung lassen sich per Regel ausnehmen. Die drei Betriebsarten stehen unter Datensouveränität.

Baut Zweite Schicht KI-Abläufe, über die der Betriebsrat dann mitbestimmen muss?

Ja, und wir sagen das jedem Auftraggeber vorher. Jeder Ablauf bekommt eine Beschreibung für den Betriebsrat: gelesene Daten, Ergebnisse, Ausschlüsse, Protokoll. Wir empfehlen Arbeitgebern, den Betriebsrat vor der Analyse einzubinden, nicht nach dem Umbau, weil die Vereinbarung dann aus der Beschreibung entsteht statt aus einem Streit. Wie das abläuft, steht in unserem Leitfaden zur KI-Einführung mit dem Betriebsrat.

Wir sind ein Betriebsrat mit fünf Mitgliedern in einem Betrieb mit 150 Beschäftigten. Lohnt sich das?

Ein eigener Ablauf des Betriebsrats rechnet sich ab einer Menge an Anfragen, Anhörungen und Vereinbarungen, die ein kleines Gremium selten erreicht, das sagen wir offen. Oft ist der bessere Weg, dass der Betriebsrat bei den Abläufen mitbestimmt, die der Arbeitgeber einführt, und dabei seine eigenen Anforderungen durchsetzt. Für Gesamt- und Konzernbetriebsräte mit mehreren Standorten sieht die Rechnung anders aus. Der Potenzial-Check gibt eine erste Einschätzung.

Ersetzt das den Sachverständigen nach § 80 Absatz 3 BetrVG?

Nein. Der Ablauf bereitet vor: Er fasst Unterlagen zusammen, findet Fundstellen und formuliert Fragen. Die Bewertung, ob ein System eine Überwachungseinrichtung ist oder eine Vereinbarung dem Tarif widerspricht, bleibt bei Menschen, beim Gremium, bei dessen Anwalt oder beim Sachverständigen. Der Sachverständige bekommt eine bessere Vorlage und braucht weniger Stunden; das ist der Nutzen.

Übergabe

Der erste Schritt ist ein Gespräch von 30 Minuten.

Sie erzählen uns von dem Ablauf, der Sie am meisten Zeit kostet. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob sich KI dort lohnt und was der nächste Schritt wäre. Ob danach eine Ablaufanalyse folgt, entscheiden Sie.

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